Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann
und worüber Schweigen unmöglich ist.

Was ist Musiktherapie ?

Musiktherapie ist eine Form von Psychotherapie, in der Musik als Medium eingesetzt wird, um Menschen, die an verschiedensten seelischen Konflikten, Störungen oder Erkrankungen leiden, zu behandeln, einzeln oder in der Gruppe. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen der - die Wirkungen von Musik erlebende, sich durch Musik ausdrückende und mittels Musik kommunizierende und interagierende - Mensch als Klient und die Resonanz, die er im Therapeuten bzw. der Gruppe auslöst, also das Beziehungsgeschehen mit all seinen Aspekten.

Ziele der Musiktherapie:

Erleben einer vertrauensvollen, z.T. nonverbal gestalteten, therapeutischen Beziehung

Stärkung des Selbst-Erlebens durch aktives Handeln (Hören oder Spielen von Musik) 

Förderung von Introspektion und Reflexion durch Wahrnehmen emotionaler Reaktionen 

Anregung zur Kreativität und zu nonverbalem Ausdruck durch Musizieren 

Einübung sozialer Kompetenzen durch freies Instrumentalspiel oder Singen in der Gruppe

Nutzbarmachung von Ressourcen der Wahrnehmung, Handlung und Erlebensfähigkeit

Was ist tinnituszentrierte Musiktherapie (TIM)?

Die Tinnituszentrierte Musiktherapie (TIM) wurde als erster musiktherapeutischer Ansatz in Europa von Annette Cramer an der HNO-Klinik Dr. Gaertners entwickelt. Die TIM ist anwendbar beim (nicht)tonalen, persistierenden (chronifizierten) Tinnitus sowie Hyperakusis/Phonophobie (Geräuschüberempfindlichkeit). TIM besteht aus 5 Bausteinen:

Counselling/Hörberatung/Hörhygiene/Tinnitus-Analyse soll Erkennungsprozesse fördern, so daß der Patient seinen Tinnitus einordnen kann und sie soll persönliches Hörverhalten und Hörbedürfnisse deutlich machen.

Hörtherapie kann das konzentrierte Hören fördern und die subjektive auditive Wahrnehmung verbessern. Im Mittelpunkt stehen Übungen mit Geräuschen, mit Klängen und schließlich mit Musik, die zum selektiven individuellen Hören ermutigen, d.h. den Patienten auffordern, seine eigenen Geräusche, Klänge und Musiken zur Defokussierung zu finden: die auditive Wahrnehmung wird vom Tinnitus weggelenkt.

Musiktherapeutische Tiefenentspannung ist ein musiktherapeutisches Entspannungsverfahren. Hier kann Stress abgebaut und die seelische und körperliche Eigenwahrnehmung verbessert werden.

Sensorisch-Integrative Musiktherapie bietet die Möglichkeit, Hören mit anderen Sinnesempfindungen zu verbinden. Musik kann durch das Vibrationsorgan körperlich empfunden werden, sie kann mit Bewegungen kombiniert, mit Malen verknüpft werden.

Individuelles Hörtraining auf CD/Einführung in die Tinnitus-App "tinnitus help" (bestehend aus Elementen der Tiefenentspannung, der Hörtherapie und der sensorisch-integrativen Musiktherapie) werden nach den Bedürfnissen des Klienten zusammengestellt. Basis bildet die Tinnitusanalyse bzw. das Tinnitusproifil, das im ersten Gespräch mit einer Software erstellt wird.

ZIELE DER TIM:

♫ Stressreduktion

♫ Habituationstechniken vermitteln und Akzeptanz verändern

♫ Stimulieren

Die zentrale auditive Wahrnehmung verbessern

♫ Hören (wieder) mit angenehmen Emotionen verbinden

♫ Einen "fühlbaren" Kontakt zum Ohr aufzubauen

♫ Die seelische und körperliche Eigenwahrnehmung verbessern

♫ Anregungen und Übungen für zu Hause anbieten

WICHTIG:
Es sollte bereits eine Abklärung des Tinnitus durch einen HNO Arzt erfolgt sein. Akuter Tinnitus (nicht länger als 3 Monate) mit der Erwartung diesen "wegzutherapieren" ist keine Indikation für die TIM.
Die Kosten werden nicht von gesetzlichen oder privaten Krankenkassen übernommen und müssen daher selbst übernommen werden.